1975 - 2015 - 40 Jahre Freier Deutscher Autorenverband Landesverband Nord e.V.
1975 - 2015 - 40 JahreFreier Deutscher Autorenverband Landesverband Nord e.V.

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www.fda.de

Literatur in der Remise - seit 2008 -

Von Krimhild Stöver und Ingrid Blohm (Pseudonym Inge Ried) wurde im Jahr 2008 eine an jedem ersten Mittwoch im Monat wiederkehrende, von 19.30-21.00 Uhr stattfindende Autoren-Lesung von jeweils bis zu drei (wechselnden) FDA-Autoren ins Leben gerufen.

Aktuell wird die Remise von Ingrid Blohm und Dorit Berger betreut. Den Kontakt zur Presse hält unser Mitglied, Frau Dorit Berger in Händen.

 

Die Lesungen finden in der "Remise" statt.

Die Remise, direkt neben der "Klosterschänke" gelegen, gehört zum Bereich des ehemaligen Huder Zisterzienserklosters.

Der örtliche Rahmen ist für bis zu zwanzig Gäste gedacht und sehr ansprechend gestaltet.

Auch die Presse besucht diese Veranstaltungen gern und berichtet entsprechend.

 

Nach den Lesungen gibt es -bei dem ein oder anderen Getränk- immer wieder zwanglose Diskussionen mit den Autorinnen bzw. Autoren. In der kalten Jahreszeit immer auch gern am prasselnden Kaminfeuer.

 


Autoren, die Interesse haben aus ihren Werken vorzutragen, werden gebeten, sich mit Ingrid Blohm unter

 

literatur-remise@web.de

 

in Verbindung zu setzen.
 

 

Was ist eigentlich "Die Remise"?

 

Die Remise gehört zum 1232 gegründeten Kloster Hude, einer damaligen Zisterzienserabtei. Das Gebäude diente in seinem Ursprung als Wirtschaftsgebäude zum Zweck der Unterstellung von Kutschen und Wagen.

Die Mönche brachten das Kloster damals mit der Herstellung von Töpferwaren, Ziegeln und Textilien zu einigem Wohlstand.

Nach Niedergang und Auflösung des Klosters, kaufte 1687 Kurt Veit von Witzleben das Klostergelände, samt der noch vorhandenen baulichen Anlagen. Das Anwesen ist noch bis heute im Besitz der Familie von Witzleben. Dem im siebzehnten Jahrhundert gegründeten Rittergut, diente die Remise als Pferdestall und später als Garage.

In der heutigen Zeit wird die Remise vom Betreiber der Klosterschänke Hude bewirtschaftet. Hier finden in rustikalem Ambiente Veranstaltungen, wie unsere monatlichen Autorenlesungen statt.

 

Wo befindet sich die Remise?

Adresse: Von-Witzleben-Allee 3, 27798 Hude (Oldenburg),

direkt neben dem Restaurant "Klosterschänke".

 

Gebührenfreie, öffentliche Parkplätze befinden sich hinter der Wassermühle

(1 min Fußweg). 

Marlies Peters
 

am 01.09.2021 zu Gast


in der Huder Remise

Marlies Peters Bild: Dorit Berger

Dorit Berger

 

Biografischer Roman mit

bestürzender Aktualität

 

Marlies Peters stellt „Mein

Herz, mach Frieden“ in der

Huder Klosterremise vor

 

 

Auch die zweite Lesung im

Neustart der Reihe „Literatur

in der Remise“, die jeden

ersten Mittwoch im Monat

vom Freien Deutschen

Autorenverband (FDA Nord

e.V.) in der Huder

Klosterremise veranstaltet

wird, war ein voller Erfolg.

Die Gäste hörten gebannt

der Autorin Marlies Peters

zu, die ihren neuen Roman

„Mein Herz, mach Frieden“

vorstellte.

 

 

 

 

 

Die Oldenburger Autorin beschreibt darin die Kindheit und Jugend ihrer Eltern, Irmi und

Werner, die beide während der Zeit des Nationalsozialismus im deutsch-polnischen

Grenzgebiet aufwuchsen. Beide werden in die Jugendorganisationen der Nationalsozialisten

integriert. Die Uniform, von beiden mit Stolz getragen, bedeutet Zugehörigkeit und wird

dadurch identitätsstiftend, Spiel und Sport fördern Kameradschaft und unbedingten

Zusammenhalt. Rituale wie Appelle und Lieder festigen die ideologischen Grundsätze. „Die

Liebe zur Partei, zum Land und zum Führer werden in die jungen Köpfe gesät“, wie es

bestürzenderweise erst dieser Tage vom chinesischen Machthaber Xi Jinping wieder

formuliert wurde.

 

 

Irmi kommen erst während ihres Einsatzes als Flakhelferin Zweifel, Werner überlebt an

verschiedenen Fronten den Krieg nur knapp. Während Werner zeit seines Lebens in

zahlreichen Aufzeichnungen und Fotografien versucht, die Geschehnisse aufzuarbeiten,

verdrängt Irmi ihre Enttäuschung und schweigt, wie so viele ihrer Generation. Nach ihrer

Flucht nach Norddeutschland treffen sich Werner und Irmi. Ein halbes Jahr später sind sie

verheiratet.

 

 

Kriege, Fluchtbewegungen und diktatorische Praktiken in der heutigen Welt verleihen

diesem Roman eine bestürzende Aktualität. Marlies Peters hat die Erlebnisse ihrer Eltern mit

unglaublicher Akribie recherchiert, dabei  hält sie alles in leichtem Erzählton fest. Man wird

nicht müde zuzuhören. Dabei wird klar, warum gerade junge Menschen zu Mitläufern

wurden und werden – und warum man sich um sie kümmern sollte.

 

Wie geht es 2021 weiter?

Jeweils von 19.30 bis 21.00 Uhr erleben Sie nachstehend genannte Autorinnen

bzw. Autoren:

Datum

Autor

FDA/extern

Thema

06.10.2021 Heinz Zeckel FDA Nord  
03.11.2021 Steffen Bartels FDA Nord  
01.12.2021 Inge Ried FDA Nord  
       

Vorankündigung Marlies Peters:

Marlies Peters Bild: Sascha Stübner

 

Dorit Berger

 

Marlies Peters liest am 1. September in der Remise

 

Der Freie Deutsche Autorenverband (FDA Nord e.V.) freut sich sehr, auch im

September zur monatlichen Lesung in der Huder Klosterremise einladen zu können. Am

Mittwoch, 1. September um 19.30 Uhr wird dort die Autorin Marlies Peters vom Oldenburger

Leseforum e.V. mit ihrem Roman „Mein Herz, mach Frieden“ zu Gast sein.

 

Marlies Peters hat in diesem Roman die Lebensgeschichte ihrer Eltern aufgegriffen

und lange dafür recherchiert. Beide Familien stammen aus dem deutsch-polnischen

Grenzgebiet in der Hitlerzeit. Irmi ist ein begeistertes Jungmädel, das zur verzweifelten

Flakhelferin wird; Werner erlebt den Krieg als Soldat an verschiedenen Fronten und

überlebt ihn nur knapp. In einer norddeutschen Kleinstadt treffen sie nach ihrer Flucht

aufeinander und verlieben sich.

 

Wie kam es dazu, dass zwei junge Menschen in den Sog des Nationalsozialismus

gerieten? Wie gestaltete sich ihr Leben als Flüchtlinge in der neuen Heimat? Diesen

Fragen geht die Autorin nach, wodurch der Roman angesichts Kriegshandlungen in der

Welt und der Flüchtlingsströme an Aktualität gewinnt.

 

Im Anschluss an die Lesung besteht wie immer die Gelegenheit zur Diskussion.

 

"Träume sind nicht nur Schäume"

 

Autorenlesung am 04. August 2021

 

Hildegard Schaefer und Martin Haas

H. Schaefer und M. Haas Bild: Dorit Berger

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dorit Berger

 

Erfolgreicher Neustart der Remise-Lesungen

 

Sehr gespannt waren die Organisatorinnen der Lesungen „Literatur in der Remise“, seit Jahren durchgeführt vom Freien Deutschen Autorenverband (FDA Nord e.V.), die nach einer eineinhalbjährigen, coronabedingten Pause am vergangenen Mittwoch wieder starteten. Und sie wurden nicht enttäuscht: etliche Stammzuhörer*innen fanden sich pünktlich und selbstverständlich wieder ein. Die Freude bei allen Beteiligten war groß.

 

Das galt natürlich auch für die beiden Autoren Hildegard Schaefer aus Buchholz und Martin Haas aus Vechta, die Texte zum Thema „Träume sind nicht nur Schäume“ vorbereitet hatten. Hildegard Schaefer trug Texte über selbst erfahrene und erzählt bekommene Träume vor. Selbstverständlich fand sich darin in erster Linie eine anders erfahrene Wirklichkeit wieder, die bei den Zuhörer*innen auf großes Interesse stieß. Anklänge an schamanische und tiefenpsychologische Erfahrungen warfen die Frage auf, wie wirklich die Wirklichkeit denn nun tatsächlich ist. Hildegard Schaefer bewegt sich als Autorin gerne in diesem Grenzbereich. „Schräge Mystik“ gehört zu ihren ganz speziellen Themen und findet sich auch in ihren anderen Arbeiten wieder. Sie schreibt seit vielen Jahren und ist ebenfalls seit Jahren FDA-Mitglied, betätigt sich darüber hinaus aber auch in lokalen literarischen Zirkeln. Sie war zum ersten Mal Gast in der Remise.

 

Martin Haas hat schon mehrfach in der Remise gelesen. Er behandelte das Thema „Lebensträume“ im Laufe des Lebens: der Schüler träumt vom bestandenen Abitur, träumt sich in die vom Lehrer erzählten Geschichten hinein und gestaltet träumerisch seinen Lebensplan. Diesen kann er, wenn er gut ist, mit der Kraft, die ihm aus diesen Träumen erwächst, auch umsetzen. Wie immer untermalte Martin Haas seine Lesung mit lebhafter Gestik und Mimik, was zur Betonung der einzelnen Passagen beitrug und oft ein Lächeln auf die Lippen der Zuhörer*innen zauberte. Martin Haas bezeichnet sich selbst als Romantiker und fühlt sich dem entsprechenden literarischen Zeitalter stark verbunden. Dass er auch – wohl einer der letzten – Universalgelehrten ist, blitzt nur selten auf, etwa, wenn er die Bedeutung des Buchstabens „W“ in der Romantik erklärt.

 

Die Lesung war ein großer Erfolg und wurde mit entsprechendem Beifall belohnt. Der FDA hofft, dass die Lesungen ab sofort wieder regelmäßig am ersten Mittwoch im Monat durchgeführt werden können und freut sich auf viele Gäste.

 

https://www.nwzonline.de

 

Martin Haas und Hildegard Schaefer Bild: Detlef Welker

Dorit Berger

 

„Literatur in der Remise“ startet neu am 4. August

 

Hildegard Schaefer und Martin Haas eröffnen die neuen Lesungen

 

 

Der Freie Deutsche Autorenverband (FDA) Nord e.V. ist glücklich, nach der langen

Coronapause die Lesungen aus der Reihe „Literatur in der Remise“ wieder aufnehmen zu

können. Wie gehabt, finden die Lesungen jeweils am ersten Mittwoch eines jeden Monats in

der Huder Klosterremise statt. Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr.

 

Träume sind nicht nur Schäume – unter dieses Motto haben die beiden FDA-Autoren

Hildegard Schaefer und Martin Haas ihre Lesung gestellt. Gemeint sind dabei die Träume im

Schlaf, aber auch die Lebensträume der Menschen.

 

Hildegard Schaefer wird die eigentümlichen Wirklichkeiten des Traums auf schwankendem

Grund schildern, die jeder Mensch aus dem Schlaf kennt. Sie schreibt seit vielen Jahren, ist

wohnhaft in Buchholz in der Nordheide und außer im FDA auch Mitglied in anderen

regionalen Schreibverbänden. Die mehrfache Mutter und Oma liebt das Erzählen von

Geschichten, was ihren Texten anzumerken ist.

 

Martin Haas, der Zuhörergemeinde in der Remise wohlbekannt, wird den Lebenstraum

behandeln. Wie kann mich ein Traum motivieren, alles daran zu setzen, ihn zu

verwirklichen? Wie wird er meine Zukunft und die anderer beeinflussen? Martin Haas ist

evangelischer Theologe und war Gemeindepfarrer an verschiedenen Orten, ehe er 2003 in

Ruhestand ging. Er schreibt außer biographischen Romanen Lyrik, sowie theologische und

philosophische Werke. „Schreiben ist ein Abenteuer ohne Grenzen“ - das ist sein

Lebensmotto geworden.

 

Der FDA freut sich auf viele Zuhörer. Diese müssen entweder geimpft sein oder einen Test

vorweisen können, dann steht dem Literaturabenteuer nichts mehr im Wege.

 

Historie der Remiselesungen

 

Im Jahr 2021 lasen:

Hildegard Schaefer und Martin Haas, Marlies Peters.

 

Im Jahr 2020 lasen:

Detlef Welker, Maria Anna Stommel, Adriane Meinhardt.

 

Im Jahr 2019 lasen:

Maria Anna Stommel, Erwin Plachetka, Barbara Devalle,

Markus Tönnishoff, Karl-Heinz Knacksterdt, Nicoleta Craita Ten'o,

Anita Jurow-Janßen, Ulrike Noltenius und Detlef Welker, Elli Nohr,

Christine Metzen-Kabbe, Andrea Wendeln.

 

Im Jahr 2018 lasen:

Manfred Brüning, Ilka Silbermann, Christine Metzen-Kabbe, Alexandra Schwarting, Rainer Kaune, Martin Haas, Ulrike Noltenius und Detlef Welker, Heinz Zeckel, Andrea Wendeln, Inge Merkentrup, Elli Nohr.

 

Adriane Meinhardt

war am 04.03.2020 zu Gast in der Remise.

Buchautorin Adriane Meinhardt. Bild: Dorit Berger

Dorit Berger

 

Autorin A. Meinhardt schreibt Satiren aus realen Ausgangssituationen

 

Ganz aktuell begann die Lesung am vergangenen Mittwoch in der Remise: Adriane Meinhardt, die Autorin des Monats März der Reihe „Literatur in der Remise“, die der Freie deutsche Autorenverband (FDA) Nord e.V. allmonatlich veranstaltet, berichtete von ihrem letzten Wochenendeinkauf. Sie stand vor teilweise leeren Regalen und leise und unbemerkt schlich sich der Gedanke der Notwendigkeit von Vorratskäufen in ihr Gehirn. Das führte dazu, dass sich nach kurzer Zeit ihr Einkaufswagen füllte: mit einer stattlichen Anzahl von Dosen Serbischer Bohnensuppe, oder einige Pakete Damenbinden (die lassen sich zu Atemschutzmasken umfunktionieren!) und dergleichen mehr. Selbstverständlich handelte es sich dabei um satirische Übertreibung, doch die Ausgangssituation im Supermarkt war eine reale gewesen.

 

Genau so sind auch die Geschichten in ihrem neuen Buch „In vitro Veronika“ entstanden. Alle Ausgangssituationen sind völlig alltäglich. Meinhardt hat sie real erlebt und dann satirisch verarbeitet. Bei den Zuhörern führte das zum Gefühl, alles schon einmal selbst erlebt zu haben, wodurch die Autorin schon während der Lesung jeweils zustimmendes Nicken erfuhr. Das ging über Zugausfälle bei der Bahn und über Kommunikationsprobleme mit digitalen Sprachsystemen bis hin zur Modeberatung älterer Damen beim Kauf einer neuen Hose oder - wirklich wahr – Gesprächen über künstliche Befruchtung auf Krankenhausfluren. Auch Omas Singstunde im Seniorenheim mit den Liedern der Ewiggestrigen bekam ihr Fett weg.

 

Die Geschichten Adriane Meinhardts sind so bunt wie das Leben. Doch gerade weil sie den Alltag aufs Korn nehmen, stockt dem Leser manchmal der Atem, der erst durch den satirischen Blick darauf wieder gelöst und zu befreiendem Lachen wird.

 

Adriane Meinhardt schreibt wie so viele Autorinnen seit ihrer Schülerzeit. Waren es zunächst nur Gedichte, hat die Oldenburgerin sich in den letzten Jahren mehr und mehr der Satire zugewandt. Sie ist Mitglied der Autorengruppe „Wortstatt“ in Oldenburg und seit einem Jahr im FDA Nord e.V. Ihr bisheriges Werk ist bereits mehrfach mit Preisen bedacht worden.

nwzonline am 09.03.2020

05.Februar 2020, Maria Anna Stommel

stellte in der Remise Ihren neuen Lyrikband mit

zeitkritschen Gedichten vor. 

Die Autorin Maria Anna Stommel. Bild: Dorit Berger

Dorit Berger

 

Lyrische Lesung mit breit gefächerter Thematik

 

Thematisch breit gefächert war die Lyrik, die die Wildeshauser Autorin Maria Anna Stommel am vergangenen Mittwoch in der Huder Klosterremise den Zuhörern bot. In der Reihe „Literatur in der Remise“, die der Freie Deutsche Autorenverband (FDA) Nord e.V. allmonatlich veranstaltet, stellte Stommel ihr neues Buch, das im März erscheinen wird, vor. Trotz Fernseh-Fussball waren Zuhörer erschienen, sogar Männer waren dabei.

 

Der lyrische Themenbogen reichte von der Natur und die Gefährdung derselben über Politik bis zu gesellschaftlichen Inhalten und wurde damit dem Buchtitel „Unter der Zeit-Lupe“ vollständig gerecht. Eingeteilt in vier Kapitel, las die Autorin aus jedem derselben vier Gedichte. Dazwischen spielte sie jeweils kurze Stücke auf dem Akkordeon und gab den Zuhörern damit Zeit, das Gehörte sacken zu lassen. Danach folgte ein verbindender, teilweise satirischer Prosatext. Besonders amüsierten sich die Teilnehmer über die konsequent durchgeführte Genderisierung in einem der Texte, der aufzeigte, was dann mit unserer Sprache passieren kann.

 

Wie viele andere Autoren auch hat Stommel bereits in ihrer Jugend angefangen zu schreiben, allerdings alles zunächst einmal in einer Schublade gehortet. Erst auf den Rat einer Professorin hin, die in den Genuss von Leseproben kam, hat Stommel dann eine Veröffentlichung gewagt. „Unter der Zeit-Lupe“ ist ihr nunmehr drittes Buch, das sie am 6.März in Wildeshausen präsentieren wird.

www.nwzonline.de

 

Detlef Welker stellte am 08.01.2020 sein neues Buch

"Ein Wachshamster zwischen den Zeiten" vor. 

Detlef Welker Bild: Dorit Berger

Dorit Berger

 

Autor bewies große literarische Bandbreite

 

 

In der voll besetzten Remise stellte der Huder Autor Detlef Welker am vergangenen Mittwoch sein neues Buch „Ein Wachshamster zwischen den Zeiten“ vor. Die Lesung fand im Rahmen der Reihe „Literatur in der Remise“ statt, die der Freie Deutsche Autorenverband (FDA) Nord am jeweils ersten Mittwoch des Monats veranstaltet.

 

Welker, den Zuhörern kein Unbekannter, wirft in seinen Erzählungen von den Urlaubsreisen des Felix Bache, Fahrer eines interstellaren Raumschleppers, einen satirischen Blick nicht nur in etliche Parallelwelten, sondern auch auf die gute alte Erde. Dort mutet für den interstellaren Reisenden manches recht seltsam an, zum Beispiel die Führung durch ein „Herrenhaus“. Selbstverständlich wohnen dort nur Herren, und ihre Namen geben bereits Hinweise auf ihre Biografie. Herrlich, wie Welker hier mit Namen und Wortbedeutungen spielt! Sowohl Leser wie Zuhörer müssen höllisch aufpassen, einzelnen Wörtern die richtige Bedeutung zuzuordnen: wenn z.B. der Antragsteller seinen Antrag auf den Antrags-Teller (im Text gleich geschrieben!) legen soll. Das Spiel mit der Sprache ist nicht nur die Leidenschaft des Autors, sondern auch seine Begabung und sein Können, wie sich hier wieder erweist.

 

Die zweite vorgetragene Geschichte „Der irdene Topf“ unterschied sich sowohl inhaltlich wie sprachlich von der ersten. Hier handelt es sich um eine abenteuerliche Geschichte im klassischen Sinn. Ein Mann sieht von seinem Balkon aus eine Abbruchstelle unter einem Brückenpfeiler und entdeckt in ihr ein Objekt, das seine Aufmerksamkeit erregt. Zusammen mit einem Jungen, der ebenfalls aufmerksam geworden ist, birgt er auf abenteuerliche Weise das Objekt, das sich als irdener Topf erweist. Was wohl darin ist? Diamanten? Gold? Alte, unermesslich wertvolle Dokumente? Oder nur Schlamm und Wasser? Von außen ist kein Hinweis zu sehen. Hier bringt Welker noch eine kleine unheimliche Variante ins Spiel, was die Spannung steigen lässt. Doch dann fassen der Mann und das Kind einen ungewöhnlichen, aber weisen Entschluss.... Die Geschichte steht ganz klar in der Folge der romantisch-abenteuerlichen Erzählung und braucht den Vergleich mit großen Namen nicht zu scheuen.

 

Insgesamt bewies Detlef Welker mit dieser Lesung erneut seine große literarische Bandbreite, in der wie immer dem Humor eine Schlüsselrolle zukam. Die Zuhörer honorierten dies durch reichlich Beifall.

NWZ am 11.01.20

Am 04.Dezember 2019, zum Jahresausklang,

las die Huder Autorin

Andrea Wendeln

aus ihrem zweiten Kriminalroman, der wiederum in der Region handelt. 

Die Autorin Andrea Wendeln Bild: Dorit Berger

Dorit Berger

 

Ermittler sind normale Menschen

 

Viel Lokalkolorit erfuhren die Zuhörer bei der Lesung der Huder Autorin Andrea Wendeln am vergangenen Mittwoch in der Remise. In der Reihe „Literatur in der Remise“, veranstaltet vom Freien Deutschen Autorenverband (FDA) Nord e.V. stellte sie ihren neuen Kriminalroman „Die Frau im Moor“ vor.

 

Zunächst konnte das spätere Opfer Marie beim Gang mit ihrem Hund im Gebiet des Oldenburger Schlossparks begleitet werden, beobachtet aus der Sicht eines Stalkers. Dabei erfuhren die Zuhörer allmählich die Ausgangslage und begleiteten Marie ins Wittemoor, die sich dort einen Moment der Sammlung erhofft. Statt dessen wird sie jedoch ermordet. Ihre Leiche wird einige Tage später von einer Gruppe Wanderer gefunden, die sich einer Führung durch das Moor angeschlossen hatten. Bei der Bergung der Leiche tritt dann das Ermittlerduo auf: Heide Rose und Peter Grahne, den Fans bereits aus dem ersten Band der Reihe „Keine Reue“ bekannt. Soweit die Lesung.

A. Wendeln, dicht umlagert beim Signieren. Bild: Detlef Welker

Den Zuhörern hat dabei besonders gefallen, dass sie alle genau beschriebenen Wege im Geiste mitgehen konnten und so die Geschehnisse sehr „real“ erlebten. Das Moor ist mit all seinen Besonderheiten exakt beschrieben, die Stimmung dort gut erfasst. Dass der Moorführer unter dem genannten Namen tatsächlich existiert und die Autorin seine Führung mitgemacht hat, ist ein besonderes Schmankerl. Es kämen noch weitere real existierende Personen im Roman vor, so Wendeln. Selbstverständlich wurden alle zuvor gefragt und haben dazu ihr Einverständnis gegeben.

 

Beim Verlag habe man besonders geschätzt, dass die ermittelnden Polizisten als normale Menschen geschildert werden, die nicht von schweren psychischen Problemen geschüttelt werden, so die Autorin. Die Krimis kommen mit einer gewissen Leichtigkeit daher, auch der Humor kommt bei aller Ernsthaftigkeit nicht zu kurz. So ermitteln Heide Rose und Peter Grahne für Andrea Wendeln bereits im dritten Fall – das Buch soll im nächsten Jahr erscheinen. Und selbstverständlich wird es wieder in der Remise vorgestellt werden.

 

www.nwzonline

 

 

Christine Metzen – Kabbe,

Oldenburg, FDA-Nord:

Lesung in der Kloster-Remise am 06.11.2019

aus den ersten zwei Bänden der Romantrilogie

„Die Totenbeschwörerin des Königs“

Bild: Dorit Berger

Dorit Berger

 

Antiken Lebensweg aus der Sprache konstruiert

 

Es war ein hoch interessanter Leseabend, der am vergangenen Mittwoch in der Huder Klosterremise statt fand, da waren sich alle Zuhörer einig. Im Zuge der Reihe „Literatur in der Remise“, veranstaltet allmonatlich vom freien Deutschen Autorenverband (FDA) Nord e.V., las die Oldenburger Historikerin Christine Metzen-Kabbe aus den beiden ersten Bänden ihrer Trilogie „Die Totenbeschwörerin des Königs“.

 

Der Roman spielt in der Antike zur Zeit König Sauls, also ca. 1100 v. Chr. und ihre Protagonisten sind Saul selbst (der hier aber unter anderem Namen auftritt), sowie seine Seherin, die durch einen Übersetzungsfehler als „Hexe von Endor“ bekannt ist. Vor allem ihr Lebensweg wird geschildert, alle Geschehnisse werden aus ihrer Perspektive dargestellt. Welche Fähigkeiten hat ein Mensch mit der Gabe des Sehens? Wie kann er in seiner Entwicklung gefördert, aber auch geschützt werden? Und womit muss dieser Mensch selbst fertig werden? All das ist eingebettet in den antiken Kontext; Kleidung, Nahrung, soziales Umfeld, Heilmethoden usw. sind akribisch recherchiert.

 

Besonders faszinierend war zu erfahren, dass die Autorin, die Hebräisch spricht, viele Lebensumstände der Totenbeschwörerin aus dieser Sprache ableiten konnte. Aus den Bezeichnungen, die für die Seherin verwendet wurden und die erheblich vielfältiger als im Deutschen sind, ließen sich ihre soziale Stellung in der damaligen Gesellschaft und viele weitere Gegebenheiten ableiten. Nicht zuletzt wurde damit auch die Schwierigkeit der Übersetzung zum Thema.

 

Dabei sei es nicht die Zeit, die sie reizt, sondern der Mensch, so die Autorin. Sie sei während einer Übersetzungsübung auf die Seherin gestoßen und sofort von ihr gefesselt gewesen. Ihr war schnell klar, dass sie deren Leben durch einen Roman „erforschen“ wollte.

 

Sieben Jahre hat Christine Metzen-Kabbe für ihre Trilogie gebraucht (der dritte Band erscheint nächstes Frühjahr), was keinen der Anwesenden weiter verwunderte. Alle sind gespannt auf den Schlussband, den die Autorin kommendes Jahr wieder in der Remise vorstellen wird.

Elli Nohr

las am 02.Oktober 2019 in der Remise

Die Autorin Elli Nohr Bild: FDA-Nord

 

 

 

 

 

Dorit Berger

 

 

 

Autorin aus Ganderkesee nahm Zuhörer mit nach „Unterwegs“

 

 

 

Am vergangenen Mittwoch fand wie jeden Monat die vom Freien Deutschen Autorenverband (FDA) Nord e.V. organisierte Lesung der Reihe „Literatur in der Remise“ in eben der Huder Klosterremise statt. Gast war dieses Mal Elli Nohr aus Ganderkesee mit „Neuen Geschichten von unterwegs“.

 

Elli Nohr begreift „unterwegs sein“ als ihr Lebensmotto in vielerlei Hinsicht. Dies kam gleich in ihrem ersten Text „Sindbad“ zum Ausdruck. Mut zum Risiko und Neugier eröffnen die Chancen auf vielerlei Erfahrungen und ein erfülltes Leben, in dem die eigenen Talente gesetzt und gelebt werden.

 

Unterwegs waren auch die Protagonisten einer zur Zeit Karls des Großen spielenden Krimi-Erzählung, in der sich drei Religionen und drei Kulturkreise begegnen. Dieser Text entstand im Zuge eines Wettbewerbs. Die Zuhörer waren sich einig: hier liegt Potential für einen Roman. Nohr gestand, dass sie mit diesem Gedanken bereits liebäugelt.

 

Not und Schrecken des „unterwegs seins“ kam in einer kurzen Deportationsgeschichte zum Ausdruck. Die restlichen Texte waren humorvolle Reiseerzählungen, die sowohl zu den trinkfesten Iren führten wie auch auf eine kroatische Insel, auf der der Fischer und Inhaber eines Restaurants klug und listenreich den Touristen nicht nur den Hunger stillt, sondern auch ihre geheimen Träume bedient.

 

Die Autorin bekam viel Beifall für ihre Lesung und wurde zum Weiterschreiben aufgefordert.

"Aller guten Dinge sind zwei"

 

04.09.2019 

Ulrike Noltenius und Detlef Welker in der Remise 

Ulrike Noltenius und Detlef Welker Bild: Dorit Berger

 

 

Bericht:

Dorit Berger

 

Zuhörer zeigten sich tief berührt

 

Es war zu erwarten gewesen: die Fans des literarischen Duos Ulrike Noltenius (Osnabrück) und Detlef Welker (Hude) waren zur Stelle, als die beiden ihre Lesung am vergangenen Mittwoch in der Huder Klosterremise begannen. Den beiden aktiven Mitglieder des Freien deutschen Autorenverbands (FDA) Nord e.V., der die Reihe „Literatur in der Remise“ allmonatlich organisiert, winkte ein Heimspiel.

 

Ulrike Noltenius eröffnete den Reigen mit einer musikalischen Darbietung, der einige Gedichte von Detlef Welker folgten. Auch im Weiteren wechselten sich Autor und Autorin ab. Da Welker, bedingt durch eine Sehnenscheidenentzündung, nicht Gitarre spielen konnte, fiel ihm der Großteil des literarischen Programms zu, während Noltenius den musikalischen Part dieses Mal alleine übernahm. Sie brachte nur eine autobiografische Erzählung zu Gehör. Auch Welker trug zwei Erzählungen vor. Eine hatte, ebenso wie die Geschichte von Noltenius, ein ernstes Thema. Überhaupt, so die Feststellung der Zuhörer, lag der Schwerpunkt dieses Mal auf den ernsteren Seiten des Lebens. Sie wurden jedoch in den Geschichten sprachlich meisterhaft dargestellt und die Zuhörer zeigten sich tief berührt davon. Bei einigen wurden eigene innere Saiten zum Klingen gebracht.

 

Dennoch kam der Humor nicht zu kurz. In Welkers zweiter Kurzgeschichte, einer Satire, spielte er mit Wörtern und Sprachelementen, dass es eine Freude war. Seine eigene Lust an der Sprache kam dadurch deutlich zum Ausdruck.

 

Nach dem Schlusslied von Ulrike Noltenius mit ihrer raumfüllenden Stimme gab es viel verdienten Beifall für das Autorenduo. Beide versprachen, die Remise auch im kommenden Jahr mit ihrem dann neuen Programm zu besuchen.

 

NWZ am 06.09.19

Anita Jurow-Janßen

07.August 2019 - erste Lesung nach der Sommerpause.

Ein Bericht von Dorit Berger.

Anita Jurow-Janßen. Bild: Dorit Berger

Dorit Berger

 

Gelungener Neustart nach der Sommerpause für „Literatur in der Remise“

 

Ihren Neustart nach der Sommerpause hatte die Reihe des Freien Deutschen Autorenverbands (FDA) Nord e.V.  „Literatur in der Remise“. Am vergangenen Mittwoch stellte die Oldenburger Autorin Anita Jurow-Janßen ihren neuen Roman „Das Maßband“ vor.

 

Die Autorin hatte sich ein aktuelles Thema ausgesucht: Mobbing. Sie siedelte dieses unter Kolleg*innen in einer Bank an. Das Opfer ist eine Frau mittleren Alters, die im Umgang mit anderen und mit sich selbst eher etwas ungeschickt agiert. Sie wird vom Kollegenteam gehänselt und verspottet, von ihrer Vorgesetzten, die sich den Spitznamen „der Wallach“ eingehandelt hat, vor allen anderen gedemütigt und mit Arbeit überhäuft. Zusätzlich wird sie privat von ihrer pubertierenden Tochter gefordert. Als sie bei einer zufälligen Gelegenheit das Maßband einer Kollegin mitgehen lässt und ausgerechnet „der Wallach“ am nächsten Morgen mit diesem Maßband erdrosselt im Vorratsraum der Bank liegt, nehmen die dramatischen Ereignisse ihren Lauf.

Das Verhalten der gemobbten Frau ist dabei gut heraus gearbeitet. Ihr ungeschicktes Verhalten geschieht aus Unsicherheit heraus, die durch die Hänseleien wiederum verstärkt wird. So beginnt sich eine unheilvolle Spirale zu drehen, aus der es zunächst, wie es scheint, keinen Ausweg gibt. Eine Lösung hat die Autorin am Mittwoch Abend aber selbstverständlich nicht präsentiert.

Anita Jurow-Janßen schreibt seit mehreren Jahren und war in dieser Zeit recht aktiv. Etliche Romane sind entstanden sowie kleinere Gedichtbändchen. Selbstverständlich fließen auch bei Jurow-Janßen, wie bei jedem anderen Autor/Autorin auch, die eigene Lebenserfahrung und beobachtete Situationen mit ein. Die grundsätzlichen Handlungen aber, so versichert die Autorin, seien jeweils frei erfunden. Die nächsten Projekte seien bereits in Arbeit, so Jurow-Janßen. Wir werden sicher davon hören.

 

Am 05.06.2019 war Nicoleta Craita Ten'o als Gast des FDA Nord in der Remise.

Nicoleta Craita Ten'o und Alfred Büngen Bild: Dorit Berger

Bericht von

 

Dorit Berger

 

Unvergesslicher

Abend mit stummer

Autorin

 

In der voll besetzten Huder Klosterremise stellte am vergangenen Mittwoch die stumme Autorin Nicoleta Craita Ten'o ihren Roman "Man bezahlte den Kuckuckseiern den Rückflug" vor. Ihr Verleger Alfred Büngen vom Geest-Verlag stellte ihr dabei seine Stimme zur Verfügung. Craita Ten'os Roman über das Schicksal eines rumänischen Roma-Mädchens ist fiktiv, dennoch fließen eigene Erlebnisse der Autorin mit ein.

Da sie in Rumänien geboren wurde, kennt sie, obwohl selbst keine Roma, deren gesellschaftliche Strukturen und Denkweisen, denn sie hat als Kind viel mit Kindern der Roma gespielt. Ihre Protagonistin Magdalena wächst in bitterster Armut auf und ist als Mädchen zunächst ihrem Vater und später ihrem Ehemann vollkommen untertan. Für andere Männer ist sie nur eines: Beute. Sie folgt ihrem Vater für ein paar Wochen nach Deutschland, wo sie als Straßenmusikanten schnell reich werden wollen. Ungläubig erlebt sie bei ihrer Ankunft in Hamburg die für sie märchenhafte Pracht der Stadt und kennt ab da nur noch einen Wunsch: sie will bleiben. Doch das geht nur, wenn sie ihren brutalen und ausbeuterischen Vetter heiratet....

Die Erlebnisse Magdalenas und die Zustände in Rumänien gehen tief unter die Haut, ebenso das Aufeinanderprallen der Kulturen in Deutschland. Dass das Ende des Romans zumindest versöhnlich genannt werden kann, grenzt an ein Wunder.

Die Autorin, die nach einem traumatischen Erlebnis völlig verstummte und sichtbar geschädigt ist, hat sich neben ihrer Muttersprache fünf weitere Sprachen autodidaktisch beigebracht, wovon sie Deutsch am meisten liebt. Als Nicht-Muttersprachlerin hat sie jedoch einen anderen Blick auf die Sprache, Wörter fließen für sie wie Musik, so die Autorin. Sie schafft dadurch neue Wortkombinationen und Bilder, fordert Aufmerksamkeit vom Leser. Dafür bekam sie das Bremer Autorenstipendium und gilt als eine der sprachbegabtesten jungen Autorinnen.

Im Anschluß an die Lesung beantwortete Nicoleta Craita Ten'o Fragen der Zuhörer, indem sie die Antworten auf einen Zettel schrieb, den Alfred Büngen dann vorlas. Diese Antworten waren zum Teil sehr poetisch und unterstrichen die Haltung einer Frau, die trotz widrigster Lebensumstände ihre positive Einstellung beibehält. Die Zuhörer in der Remise werden diesen Abend wohl nicht so schnell vergessen.

Die Reihe "Literatur in der Remise" des Freien Deutschen Autorenverbandes (FDA) Nord e.V. geht nun in die Sommerpause. Die nächste Lesung findet dadurch erst wieder am 7. August statt.

 

Bericht zur Lesung von Karl-Heinz Knacksterdt am 01.05.2019

Karl-Heinz Knacksterdt Bild: Dorit Berger

Dorit Berger

 

Schleichendes Entsetzen ob naher Zukunft

 

Er wolle niemandem Angst machen, so Karl-Heinz Knacksterdt bei seiner Lesung am 1. Mai in der Huder Klosterremise. Dennoch liefen vielen Zuhörern kalte Schauer über den Rücken. Der Oldenburger Autor war Gast der Reihe „Literatur in der Remise“, die allmonatlich am ersten Mittwoch im Monat vom Freien Deutschen Autorenverband (FDA) Nord e.V. veranstaltet wird.

 

Knacksterdt hat über vier Jahrzehnte in der Kommunikationsbranche gearbeitet. Nach seiner Pensionierung begann er, seine Erfahrungen schriftstellerisch zu verarbeiten. In diesen Tagen wird sein letzter Band der Trilogie „Manipulationen“ erscheinen, aus deren zweitem Band er in der Remise las.

 

Sein Protagonist Bernhard Schaf hat nach einem Unfall telepathische Fähigkeiten entwickelt und vervollkommnet, wodurch er zu einem Objekt skrupelloser Wissenschaftler wird. Um sich seine Fähigkeiten nutzbar zu machen, wurden ihm bei einer Hirnoperation ohne sein Wissen zwei Mikrochips implantiert. Zwar erfährt er im Nachhinein davon, rückgängig machen lässt sich allerdings nichts. So wird Schaf zu einem Spielball wissenschaftlicher und vor allem politischer Mächte, die seine Fähigkeiten zur Manipulation anderer Menschen, insbesondere von Soldaten nutzen. Davon handelt der dritte Band.

 

Wir sind auf dem besten Wege, zum gläsernen Menschen zu werden, so Zuhörer und Autor bei der anschließenden Diskussion. Mikrochips werden schon jetzt Menschen unter die Haut gepflanzt, um beispielsweise Bankgeschäfte zu erledigen. In wenigen Jahren kann es gängige Praxis werden, Neugeborene sofort mit einem Chip zu versehen, der alle Ausweispapiere überflüssig macht. Bereits jetzt wird daran geforscht, Chips im Gehirn das Lernen überflüssig machen zu lassen. In einem Zeitraum von ca. fünf bis zehn Jahren könne das Wirklichkeit werden, so der Autor. Vor allen Dingen Banken und große Wirtschaftsunternehmen hätten großes Interesse daran, diese Möglichkeiten voran zu treiben.

 

Es gibt bereits etliches an wissenschaftlicher Literatur zu diesem Themenkomplex, so Knacksterdt. Ihm sei daran gelegen, ganz normale Menschen darauf aufmerksam zu machen, deshalb habe er die Form des unterhaltsamen Romans gewählt. Leicht und flüssig geschrieben, können die Bücher jedoch kaum das schleichende Entsetzen angesichts der „schönen neuen Welt“ verhindern. Die Zuhörer dankten dem Autor nicht nur durch Beifall und verließen die Remise sichtlich nachdenklich geworden.

 

Der Lokalsender O1 wird am 23. Mai eine Lesung Knacksterdts aufnehmen, die dann im August gesendet werden wird.

 

Markus Tönnishoff las am 03.April in der Huder Remise

Markus Tönnishoff Bild: Dorit Berger

 

 

Dorit Berger

 

Wenn der Toaster das Brot beim 3D-Drucker bestellt

 

Markus Tönnishoff hatte einen Angriff auf die Lachmuskeln versprochen und dieses Versprechen hat er gehalten. Der Bremer Journalist und Autor las am vergangenen Mittwoch in der allmonatlichen Reihe „Literatur in der Remise“ des Freien Deutschen Autorenverbandes (FDA) Nord e.V. in der Huder Klosterremise aus seinen Satirebänden.

 

Nichts war (und ist) vor Tönnishoffs spitzer Feder sicher: seien es die pannenbehaftete Bundeswehr, die Matheaufgaben des Berliner Abiturs oder die neue genderisierte deutsche Sprache, alles wird von ihm pointiert auf's Korn genommen. Überhaupt Sprache: wie der Autor das intellektuell getarnte Geschwafel der Kunstszene karikiert, das sucht schon seinesgleichen. Auch das Wörterbuch „Dönerdeutsch – Beamtendeutsch“ ist gewiss  eine notwendige und bereichernde Ergänzung der Dudenreihe. Die Zuhörer der voll besetzten Remise lachten Tränen.

 

Aber Tönnishoff riet auch dringend davon ab, im Keller zwecks Energiesparmaßnahmen ein kleines Atomkraftwerk zu betreiben. Desgleichen war sein Versuch, durch einen Schimpansen die besseren Börsengeschäfte zu erzielen, nur bedingt erfolgreich. Dagegen bietet das Smarthome, in dem die (Haushalts-)geräte selbstständig miteinander kommunizieren und den Bewohnern – ob sie wollen oder nicht - jede Mühe abnehmen, fantastische Möglichkeiten. Wenn der Toaster das Brot vom 3D-Drucker herstellen lässt, ist das gewiss ein kulinarischer Höhepunkt.

 

Der alltägliche Wahnsinn aus Politik und Gesellschaft bietet Tönnishoff den Fundus für seine Satiren. Der studierte Politikwissenschaftler und Redakteur sitzt als Mitarbeiter des Weser-Kuriers dabei an der Quelle und hat ein gutes Gespür für seine Themen entwickelt.

 

Selbstverständlich und verdientermaßen bekam der Autor viel Beifall für jede seiner Geschichten. Da er natürlich weiter schreiben wird, gibt es irgendwann auch ein Wiedersehen in der Remise.

Am 06. März war Barbara Devalle zu Gast in der Remise

Barbara Devalle Bild: Dorit Berger

Dorit Berger

 

Verbrecherische Praktiken des Gesundheitssystems der Nazis im Roman verarbeitet

 

In der voll besetzten Remise fand am vergangenen Mittwoch die monatliche Lesung des Freien Deutschen Autorenverbandes (FDA) Nord e.V. statt. Die Oldenburger Autorin Barbara Delvalle las aus ihrem Roman „Die Heukeroth-Schwestern“.

 

Der Roman hat eine fiktive Handlung und erzählt von den verbrecherischen Praktiken der Nazis im Gesundheitsbereich. Dabei geht es um den 15jährigen Sohn einer von drei Schwestern, der eigentlich ein ganz normaler Junge wäre – hätte er nicht einen Epilepsie-Anfall gehabt. Dadurch gerät der begeisterte Hitlerjunge in den Fokus der Gesundheitsbehörde. Er soll nun mit seiner Mutter vor dem Erbgesundheitsgericht erscheinen, wo ihm ein Urteil zur Zwangssterilisation droht. Die Mutter hat eine ihrer Schwestern zu Hilfe gerufen. Doch ein versierter Anwalt rät ihnen, Oldenburg zu verlassen und Erich, den Jungen, zu verstecken.

 

Sie fliehen zur dritten Schwester, die in Kassel wohnt. Die Schwestern versuchen alles, um Erich zu retten. Doch überall lauern Gefahren und drohen den Plan scheitern zu lassen. In diesen Teil des Romans fließen nun Erzählungen der Großeltern der Autorin ein, so zum Beispiel die beklemmend realistische Schilderung eines Luftangriffs. Doch die Geschichte geht gut aus, versichert die Barabra Delvalle.

 

Heldenmut und Feigheit, Tragik, aber auch Humor in schrecklichen Zeiten schildert die Autorin in eingängiger Sprache. Eine Fortsetzung ist geplant, die in die Nachkriegszeit und Anfänge der Bundesrepublik führen wird. In ihr soll gezeigt werden, wie die Opfer des Nationalsozialismus erneut zu Opfern gemacht werden, da die alten Amtsinhaber weiterhin ihr Amt ausüben.

 

Sieben Jahre hat die Journalistin und Pressereferentin eines Oldenburger Krankenhauses für ihren Roman gebraucht. Allein vier Jahre entfielen auf die unglaublich aufwändige Recherche. Sie hat sich gelohnt, denn die Detailgenauigkeit ist in jeder Szene des Romans spürbar. Die Zuhörer zeigten sich sichtlich beeindruckt und Barbara Delvalle erhielt am Ende viel wohlverdienten Beifall.

Am 06. Februar war Erwin Plachetka zu Gast in der Remise

Der Autor und Verleger Erwin Plachetka. Bild: Dorit Berger

Dorit Berger

 

Bestürzende Begegnung mit Vergangenheit und Gegenwart

 

Der Autor und Verleger Erich Plachetka war Gast der Februar-Lesung des Freien Deutschen Autorenverbandes (FDA) Nord e.V. in der Huder Klosterremise. Das FDA-Mitglied stellte seinen neuen Roman „Rattenerbe“ vor.

 

Dem Roman liegt eine ungewöhnliche Idee zu Grunde: ein ganz normaler Mann, Rentner, eher zurückgezogen und beschaulich lebend, bekommt die Einladung zu einer Testamentseröffnung. Dort wird sein ganzes bisheriges Leben auf den Kopf gestellt. Er erfährt, dass sein totgeglaubter  Vater als ehemaliger SS-Offizier nach dem Krieg über die sogenannte „Rattenlinie“ nach Argentinien geflüchtet war und dort ein riesiges Vermögen in der Rinderzucht erwirtschaftet hatte. Einen Teil davon soll er nun erben, wenn er die daran geknüpften Bedingungen erfüllt. Andernfalls geht das Geld an eine ultrarechts gerichtete Organisation.

 

Das will Hans Lehmann aber auf keinen Fall, er will auch mit der Organisation nichts zu tun haben. Doch von Stunde an wird er verfolgt und überwacht und langsam dämmert ihm, dass es um sein Leben geht. Die „Bruderschaft“ kennt in der Verfolgung ihrer Ziele keine Gnade.

 

Das Thema ist bestürzend aktuell. Das wird noch verstärkt dadurch, dass große Teile der Handlung in unserer unmittelbaren Umgebung angesiedelt sind. Hans Lehmann ist ein Antiheld und Jedermann, ein Mensch ohne Ehrgeiz und eigentlich auch ohne Mut. In der Rückschau versucht er, mehr über die Biografie vor allem seiner Mutter zu erfahren. Wie wurde sie zur Mitläuferin in den dunklen Jahren? Wie zur Geliebten seines Erzeugers? Hätte er den Mut gehabt, sich gegen das braune Regime zu wehren? Sicher nicht. Er wird auch durch die folgenden turbulenten Ereignisse nicht zu 007.

 

Der Roman ist vom ersten Satz an spannend, dabei versucht der Autor mittels seines Protagonisten sowohl die Menschen jener Zeit zu verstehen als auch die Gefahr des Rechtsradikalismus heute aufzuzeigen. Obwohl fiktiv, bleibt der Roman dadurch sehr wirklichkeitsnah. Hinzu kommt eine angenehme, den einzelnen Situationen angemessene Sprache mit eingestreuten Schilderungen, die zum Lesevergnügen beitragen.

 

Die Zuhörer in der Remise zeigten sich beeindruckt, auch durch den gekonnten Vortrag Plachetkas. Der Abend wird ihnen sicher noch lange im Gedächtnis bleiben.

 

Im Januar 2019 startete der FDA Nord mit einer Autorenlesung von Maria Anna Stommel.

Bild: Dorit Berger

 

 

Lesung mit Gesang in der Remise

 

Wie immer am ersten Mittwoch im Monat fand auch dieses Mal die Lesung der Reihe „Literatur in der Remise“ statt, die vom Freien Deutschen Autorenverband (FDA) Nord e.V. veranstaltet wird. Zu Gast war dieses Mal die Wildeshauserin Maria Anna Stommel, die Lyrik, Prosa und ihr Akkordeon im Gepäck hatte.

 

Stommel schreibt seit ihrer Kindheit, aber erst vor ein paar Jahren fand sie den Mut, ihre Gedichte zu veröffentlichen. Am vergangenen Mittwoch bekamen die Zuhörer in der Remise Kostproben davon. Inhaltlich kreisen die Gedichte um Daseinserfahrungen, die Umwelt, aber im weitesten Sinne auch um religiöse Themen. Stommel hat u.a. Komposition studiert und ist als Organistin tätig. Da lag es nahe, dass sie einige ihrer Gedichte auch vertont hat und diese mit lyrischer Stimme und Akkordeonbegleitung zu Gehör brachte.

 

Zwischendurch las die Autorin eine Kurzgeschichte vor, in der ein vermeintlicher Geldverlust zu einer fatalen Handlung führte. Sie wage sich erst langsam an die Verfassung von Prosatexten, so die Autorin, die für ihren Versuch ordentlich Beifall bekam.

 

Maria Anna Stommel ist Mitglied der „WORTSTATT“ in Oldenburg genauso wie im FDA Nord. Ihren weiteren literarischen Weg werden wir mit Spannung verfolgen.